Rams News (re) — Nur knapp verloren. Der Spielverlauf ließ zunächst ein Debakel erahnen. Ersatzgeschwächte Ravensburger Handballer mussten Bregenz die Punkte überlassen.

Man hat sich fast schon an einen zögerlichen Beginn der Rams gewöhnt, aber am Samstag vor heimischem Publikum begannen die Rams derart erfolglos, dass die Zuschauer erschrocken waren. Eine lückenhafte Abwehr hat Bregenz genutzt, um schnell davonzuziehen. Vorne lief zunächst auch nichts. Technische Fehler und unvorbereitete Abschlüsse führten zu einem frühen und hohen Rückstand. Sicher begründet durch viele krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle. Die Perspektivspieler aus der Jugend und der 2. Mannschaft haben zwar nach Kräften unterstützt, das Fehlen einiger etablierten Schlüsselspieler konnte nicht kompensiert werden. Schon nach wenigen Minuten mussten die Rams eine Auszeit einlegen. Auch ein früher Wechsel des Torhüters veränderte das Bild nicht. Im Verlauf der ersten Halbzeit bemerkte man auch deutlich ein immer weiter sinkendes Selbstvertrauen. Auch der sonst vom Strich sehr sichere Lukas Kaut scheiterte beim Strafwurf in der 21. Minute. Als unmittelbar danach auch die Vorarlberger ein Teamtimeout nahmen, versuchte das Trainerteam Christian Härter und Lukas Koßbiehl die Mannschaft aufzurichten. „Wir spielen gar nicht so schlecht, als der Spielstand das anzeigt“ hörte man aus der Timeoutrunde sagen. Es half nicht viel und das muntere Einnetzen der Gäste ging weiter. Zum Halbzeitpfiff hatte Ravensburg mit nur sieben Zählern einen sehr großen Rückstand von 11 Toren. Die Köpfe tief tragend gingen die Rams in die Kabine. Die Zuschauer waren in Schockstarre. So eine schlechte Leistung hatte niemand erwartet, nicht nach den letzten Spielen, als die Rams stets an den Erfolg glaubten.

Mit dem Wiederanpfiff wurde zumindest der Torabstand nicht wesentlich größer. Als Bregenz dann in der 38. sowie in der 39 Minute durch Zeitstrafen in Unterzahl gerieten, bäumten sich die Ravensburger etwas auf und verkürzten den Rückstand bis zur Auszeit der Bregenzer in der 47. Minute auf 15:23. Im weiteren Verlauf knabberten die Hausherren weiter an der komfortablen Führung der Gäste vom Bodensee. Das führte dann zu einer weiteren Auszeit der Gäste. Anschließend wurde aus knabbern ein richtiges Beißen. Mit einer überragenden Torbilanz von insgesamt 15 Treffern übernahm Pascal Werz das Geschehen und zog seine Mannschaft mit. Zunächst war die Aufholjagd sehr erfolgreich und die Halle unterstütze ihre Mannschaft mit frenetischem Beifall für jedes Tor. Zwei Minuten vor dem Ende wurde nach der letzten Ravensburger Auszeit beim Stand von 24:28 auf eine offene Abwehr umgestellt. Das hätte vielleicht auch noch für ein Unentschieden gereicht, allerdings wurde eine Minute vor dem Ende Felix Ewert durch eine unbedachte Abwehraktion für 2 Minuten vom Schiedsrichtergespann auf die Bank geschickt. So blieb die beherzte Schlussphase unbelohnt und Ravensburg verliert das Spiel mit 27:29. Da auch Feldkirch am Wochenende doppelt punktete rutscht Ravensburg auf den 6. Tabellenplatz ab.

Nun heißt es zu analysieren, warum der Start wie so oft verschlafen wirkt. Mit neuer Motivation geht es zum Prestigeduell, dem legendären Schussentalderby am 8. März, nach Weingarten. Hoffentlich dann wieder mit voller Bank und wacher Einstellung.

Für Ravensburg spielten: Ehrat, Weißhaar (beide Tor), Wiedemann (4), Trommeshauser (5), F. Ewert (2), Hildebrand, J. Hecht, Deginder, Hahn, Werz (15), Kaut(1), Becker.